HETEROGENE DICHTE – Neue Räume in alten Strukturen

Das Gelände des ehem. Autohauses Becker in Düsseldorf

Norman Jansen Nägeler

Entwurfsverfasser: Architekt, Dipl.-Ing. (FH) Norman Jansen Nägeler
Hochschule: Universität Siegen

Was tun mit Auto Becker, ehemals Papierfabrik Schulte & Zinken in Düsseldorf-Bilk?

Lösungsansatz und Entwurfsgedanke:

Abreißen und neu – so oder so ähnlich denken viele, die an dem 1,7 Hektar großen Grundstück vorbeigehen, das seinen – wenn auch oberflächlichen – Glanz verloren hat. Abreißen und neu – so denkt auch der neue Investor aus Hamburg, der das Grundstück gekauft und dort ca. 360 Wohnungen neu errichten will. Doch was für Häuser und Wohnungen entstehen da? Welchen Bezug haben sie zu ihrem Umfeld, von Historie ganz zu schweigen? Wäre es nicht spannend und herausfordernd, die Konversion von Papierfabrik zu Autohaus fortzuführen ohne dabei alles zu zerstören, was im Laufe der Jahre gebietsprägend geworden ist? Die Lage im Düsseldorfer Stadtteil Bilk ist prädestiniert für Wohnzwecke; infrastrukturell sehr günstig gelegen bietet sie in fußläufiger Umgebung alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs, Naherholungsmöglichkeiten und Kultureinrichtungen. Das Konzept sieht vor, drei charakeristische Gebäude der ehemaligen Papierfabrik im Zentrum des Grundstücks zu erhalten und mit öffentlichen Nutzungen zu versehen, sodass ein lebendiger Quartiersplatz entstehen kann. Dieser wird durch Neubauten gerahmt und so auf städtisch sinnvolle Dimensionen gebracht. Die baulichen Großformen (Shed-Halle, Schaulager, Data Becker), die aus der Nutzung als Autohaus entstanden sind, werden unter Beibehaltung ihrer Charakteristika umgenutzt und in das Quartier eingepflegt. Trotz der zweifelsohne vorhandenen Heterogenität der unterschiedlichen Gebäudekubaturen wird der Versuch unternommen, eine Übersumme und damit eine Zusammengehörigkeit des Quartiers über das Material möglich zu machen. In Anlehnung an die Historie wird Backstein sowohl als Fassaden- als auch in Teilen als Bodenmaterial vorgesehen.

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